Heute spricht: Pia Littmann, wissenschaftliche Volontärin

SONY DSCMein Name ist Pia Littmann und ich arbeite seit März 2015 als wissenschaftliche Volontärin an der Staatsgalerie Stuttgart. Nach meiner Dissertation über farbig und nicht farbig konzipierte Formen der Körper- und Raumbildung in der Druckgraphik um 1500 habe ich es aktuell mit Francis Bacon zu tun. Das ist ein großer Sprung, der aber viel Gutes hat: Der zeitliche Abstand ermöglicht einen neuen Blickwinkel auf die alte Kunst und erlaubt es andererseits, moderne Bildprobleme in ihrer historischen Dimension besser zu verorten.

Bacons Gemälde werden nächstes Jahr nach rund 30 Jahren erstmals wieder in Stuttgart gezeigt. Wie damals handelt es sich auch jetzt um ein kooperatives Ausstellungsprojekt mit der Tate Gallery bzw. heute dem „Ableger“ Tate Liverpool. Was Bacon gemalt hat, das hat er immer wieder betont, sollte so direkt wie möglich wirken – von der Leinwand zack aufs Nervensystem! In der Ausstellung, an der ich als kuratorische Assistentin mitwirke, konzentrieren wir uns mit den „Unsichtbaren Räumen“ auf seine speziellen, über rund vier Jahrzehnte immer wieder aufgegriffenen und variierten Verfahren der Bildorganisation, die Bacon einsetzte, um seinem nicht gerade geringen Anspruch Genüge zu tun. Das Ergebnis ist tatsächlich oft nichts für schwache Nerven …

Deshalb ist es gar nicht schlecht, zwischendurch mal etwas ganz anderes zu tun. Denn im Museum fährt man mehrgleisig. So gibt es Phasen, in denen mich weniger kunsthistorische Fragen beschäftigen als solche, die die Institution Museum betreffen. Kurz vor unserem Symposium zur Gegenwart und Zukunft des Kunstmuseums Ende November kreisen diese auch um die ganz großen Fragen: Wer sind wir heute, wer wollen wir morgen sein? Ich hoffe auf interessante Diskussionen!

Daneben geben wir Führungen, organisieren „Bildertage“ und sind erste Anlaufstelle für Anfragen aller Art von Besuchern, Studenten oder Wissenschaftlern. Aber im Hintergrund schwingt immer Bacon mit: Klingelingeling, Liverpool is calling! Mit schlechten Nachrichten: Bild xy kann nicht mehr reisen, auf dieses Gemälde müssen wir in der Ausstellung leider verzichten. Jetzt heißt es, Alternativen zu finden – Frau Littmann recherchieren Sie mal …

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