Die Graphikrestaurierung

WerkstattfotoDie Kernaufgaben des Teams der Graphikrestaurierung sind der Erhalt der Graphischen Sammlung und der Kunstarchive nach restaurierungsethischen Richtlinien und die Mitarbeit an Ausstellungen und Forschung.

Die Materialvielfalt unserer Restaurierungsobjekte umfasst verschiedene Arten der Druckgraphik, Zeichnungen, Aquarelle, illustrierte Bücher, unterschiedlichste Archivalien, Fotografien, Plakate, digitale Printmedien, Pastelle auf Papier und Pergament, Großformate, Transparentpapiere und Collagen. Die vielfältigen Materialien und Techniken erfordern unterschiedliche Maßnahmen und Methoden. Neue kunsttechnologische Erkenntnisse und modernere ethische Vorstellungen beim Umgang mit Kulturgut führen zu einem steten Fortschreiten und Wandeln der Ansprüche an den Erhalt von Kunst. Um diesen gerecht zu werden ist andauernde Forschung in der Graphikrestaurierung und die Weiter- und Neuentwicklung von Behandlungsmethoden notwendig. Unsere Tätigkeit hat sich deshalb in den letzten drei Jahrzehnten vom bloßen „Handwerk“ zu einem akademischen Beruf mit fünfjährigem Masterstudiengang gewandelt.

Einer der Schwerpunkte liegt in der restauratorischen Vorbereitung von Objekten für hausinterne Ausstellungen und Ausleihungen an andere, nationale und internationale Museen. Dies beinhaltet neben dem Erhalt von Kunst auch die objektschonende und ästhetische Präsentation der Werke. Die Papierarbeiten müssen dazu aufwendig montiert, passepartouriert und gerahmt werden. Die speziellen Bedürfnisse eines jeden Objekts werden dabei berücksichtigt. Aufgrund der hohen Licht- und Klimasensibilität der Materialien können Werke auf Papier nicht dauerhaft ausgestellt werden und müssen nach einigen Wochen der Präsentation durch andere Blätter ersetzt werden. Hier beginnt der umfangreiche Prozess der Vor- und Nachbereitung von neuem. Wir begleiten den Vorgang einer jeden Ausstellung und Leihgabe von der Beurteilung der Ausstellungsfähigkeit der Objekte bis zur Rückführung ins Depot. Das kann sich je nach Umfang des Projekts über mehrere Jahre hinziehen.

Natürlich sind wir auch für den Langzeiterhalt der Objekte zuständig.
Dabei spielt die Präventive Konservierung eine maßgebliche Rolle. Sie dient dem Schutz der hauseigenen Kunst, aber auch dem der Leihgaben von anderen Museen, die für Ausstellungszwecke in die Staatsgalerie geholt werden. Wichtige Punkte sind dabei: adäquate Aufbewahrung und Verpackung, ein stabiles Klima, wenig Licht, Schädlingsprävention und –bekämpfung, Notfallplanung und –übung und die Dokumentation des Objektzustands, sowie der durchgeführten Restaurierungen.

Dies erfordert grundsätzlich das parallele Arbeiten an diversen Prozessen. Jährlich durchlaufen diese mehrere hundert Papierwerke. Trotz der Masse gilt es, jedem Kunstobjekt gerecht zu werden und ihm die nötige Aufmerksamkeit und Sorgfalt zukommen zu lassen.

Neben all diesen Tätigkeiten stehen wir Kuratoren, Besuchern, Forschern, Künstlern, Fachkollegen und Restaurierungs-Studenten gerne beratend zur Seite. Dazu zählt zum Beispiel auch die restauratorische Ankaufsprüfung von Neuerwerbungen der Staatsgalerie. Unsere Arbeit ist vielseitig und lebt neben Fachwissen, Geduld und Fingerspitzengefühl auch von regem Austausch, Improvisation und Flexibilität.

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