Anette Frankenberger, Pressereferentin

Foto_Anette Frankenberger_klAlle Inhalte aus unserem Haus, die wir über die Medien veröffentlichen, gehen erst einmal über meinen Schreibtisch. Ich bin für die Pressearbeit der Staatsgalerie Stuttgart verantwortlich.

In so einem großen Museum wie der Staatsgalerie sind es viele Themen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Das fängt bei den neuen Sonderausstellungen an und geht bis hin zu den Forschungsvorhaben unserer Kuratoren und den komplexen Aufgaben unserer Restauratoren hinter den Kulissen. Aus all dieser Themenvielfalt treffe ich eine Auswahl, denn jeden Tag eine Meldung aus der Staatsgalerie im Postfach der Journalisten wäre ein Zuviel an Information.

Dabei stelle ich mir einerseits vor, was interessiert die Pressekollegen und damit auch deren Publikum und andererseits versuche ich natürlich auch, die Inhalte zu vermitteln, die unser Museum ausmachen, – was wollen wir über uns erzählen?!

Im Moment beschäftigt mich beispielsweise die Vorstellung unseres Audioguides zur Provenienzforschung, die erste Audiotour zu diesem Thema in einem Museum. Wie können wir dieses komplexe und historisch sensible Thema unserem Publikum nahe bringen? Jedes Werk hat eine eigene Geschichte, wie es in unsere Sammlung gekommen ist. Das ist aufregend und spannend zugleich und ich spiele bei dieser detektivischen Arbeit gern „Dr. Watson“ und vermittle die Ergebnisse dieser Arbeit hinter den Kulissen.

Ich schätze meine Aufgabe sehr, weil sie mir die Möglichkeit bietet, die Begeisterung für Kunst weiterzugeben wie auch die Chance, ständig durch die Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen mehr zu erfahren und mein Wissen zu vertiefen.

Anette Frankenberger, Pressereferentin

Die Ausstellungstechniker der Staatsgalerie

_DS27414 Als Ausstellungstechniker der Staatsgalerie sind wir als Team von drei Männern eher eine Ausnahme in einem ansonsten in überwiegender Zahl von Frauen geprägten Haus. D. Alamanis, L. Tiedje und F. Lemke „bespielen“ in den mehr als 1600m2 unterirdischer Depotfläche eine Gemäldehängefläche von ca. 7700m2, was der Größe eines um über 500m2 vergrößerten Fußballfeldes entspricht. Eine der beiden Hauptaufgaben liegt in der fachgerechten Aufbewahrung der Kunstwerke und deren Standorterfassung. Ganz besondere Herausforderungen stellen der Transport und die Lagerung von voluminösen Skulpturen bzw. Gemälden dar, deren Gewicht manchmal mehrere hundert Kilo beträgt und die in den beengten Verhältnissen des Depots sicher bewegt und platzsparend gelagert werden sollen.

Auch die Ausstellungsarchitektur wie Stellwände, Sockel, Podeste und Vitrinen sind bei uns gelagert und werden im Computersystem erfasst. Da die Präsentation der Kunstwerke immer wieder wechselnden Anforderungen entsprechen muss, wächst dieses „Mobiliar“ ständig. Deshalb haben wir nun begonnen, den Luftraum durch Hochregale zu „erobern“, denn die Grundfläche ist mittlerweile komplett belegt.

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Gemälde geschützt durch Papier beim „Stellen“.

Der zweite Haupttätigkeitsbereich, der von der Öffentlichkeit eher wahrgenommen wird, ist die Hängung der Gemälde und die Präsentation von Skulpturen. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Kunsthistorikern der jeweiligen Kunstepochen und der Direktorin des Hauses, wird im oft zeitaufwändigen „Stellen“ die optimale Position und Kombination der Kunstwerke untereinander erarbeitet, sodass sowohl der kunsthistorische Sinn als auch der optische Eindruck im Gesamtraum auf ansprechende und sinnvolle Weise verbunden wird.

Die eigentliche Hängung und Präsentation, die ja für den Besucher der Grund für sein Kommen darstellt, ist für uns von besonderer Bedeutung und der befriedigende Abschluss wochenlanger Vorbereitungsarbeit.

Dr. Annette Hojer, Kuratorin

Einblick in die Staatsgalerie Abteilung Italienische Malerei
Einblick in die Staatsgalerie Abteilung Italienische Malerei

Mein Name ist Annette Hojer. Seit 1. Januar 2015 arbeite ich als Kuratorin an der Staatsgalerie und bin hier für die Italienische Malerei von 1300 bis 1800 sowie für Europäische Barockmalerei von 1600 bis 1800 zuständig. Außerdem kümmere ich mich als Referentin für die Barockgalerie in Schloss Ludwigsburg um rund 90 Arbeiten der Sammlung, die im Barockschloss ausgestellt werden.

Oft werde ich gefragt, ob ich ein Lieblingswerk in der Staatsgalerie habe. Bei der großen Auswahl, die unsere Sammlung bietet, fällt es natürlich schwer, sich festzulegen. Im Moment fasziniert mich die „Ruhe auf der Flucht“ von Giovanni

Giambattista Tiepolo, Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, zw. 1762-1770, Öl auf Leinwand, Staatsgalerie Stuttgart
Giovanni Battista Tiepolo, Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, zw. 1762-1770, Öl auf Leinwand, Staatsgalerie Stuttgart

Battista Tiepolo (um 1767/70) – ein Bild, das aus der Zeit fällt. Fast schon ein reine Landschaftsdarstellung, und zugleich ein Experiment mit Farben und Formen, etwa wenn Sie sich ansehen, wie die pastos aufgetragenen Ocker- und Weißtöne der Felsen gegen die spiegelglatte Wasserfläche des grün-blauen Flusses gesetzt sind. In der Übermacht der Natur (gegenüber den verschwindend kleinen Menschen) auch ein rätselhaftes, vielleicht sogar beunruhigendes Bild, das manchmal als ein Spiegel der Seele Tiepolos in seinen letzten Lebensjahren gelesen wird.

Dr. Annette Hojer, Kuratorin für Italienische Malerei 1300–1800, Europäische Barockmalerei, Referentin für Schloss Ludwigsburg

Andrea Brodbeck, Susanne Jackson und Lisa-Maria Raff – die Ausstellungskoordination

Aufbauarbeiten in der Staatsgalerie StuttgartEs ist wieder Ausstellungsumbauzeit in der Staatsgalerie. Noch bevor wir in der Morgendämmerung im Büro eintreffen, erscheinen mehrere Anrufe auf den Displays unserer Telefone: Wegen des Lokführerstreiks kann ein Kurier nicht kommen – die Hängung des entsprechenden Werkes muss neu terminiert werden…der Schreiner steht im Stau – der Aufbau der Stellwand verzögert sich …an der Pforte ist gestern Abend noch ein Paket angekommen. Ein typischer Morgen in der Umbauzeit für die Ausstellungskoordination – kurz Auko – der Staatsgalerie Stuttgart.

Beim Umbau zwischen zwei Sonderausstellungen herrscht Hochsaison in unserem Ressort – jedes Detail will geplant, koordiniert und umgesetzt sein: Gemäß unserem Zeitplan bereiten Maler und Schreiner den Ausstellungsraum vor, Sockel und Vitrinen werden gestaltet, gebaut und angeliefert, Beschriftungsmedien übersetzt und produziert. Wir besprechen mit dem hauseigenen Team aus Restauratoren, Technikern und Aufbaupersonal, wann welche Maßnahmen im Gesamtablauf anstehen, Kunstwerke gehängt oder komplizierte Installationen aufgebaut werden. Von der ersten Idee bis zum letzten Tag des Aufbaus koordinieren und begleiten wird die Planung und Realisierung aller Ausstellungen und Sammlungspräsentationen.

Aber auch in der Dauerausstellung sind wir gefragt. Aus den verschiedensten Gründen werden Werke unserer ständigen Sammlung in Bewegung gebracht: Bau- und Sanierungsarbeiten, Ausleihungen oder restauratorische Maßnahmen – in der „Dauer“ausstellung haben wir tatsächlich „dauer“haft etwas zu tun.

Pragmatismus, Flexibilität und ein gewisses Maß an technischem Verständnis sind gefragt. Nicht allein das Interesse an Kunst und unseren Werken treibt uns an, uns interessiert auch: Wie werden die Werke präsentiert, gestellt oder gehängt, gesichert und geschützt, verglast und geschraubt, beleuchtet oder verdunkelt,… ah… im Paket kommt der Verdunklungsstoff für die Dan Flavin Arbeit – super – gerade noch rechtzeitig!

Dr. Sabine Hirschle, Qualitätsmanagementbeauftragte

Foto_Sabine Hirschle IIMein Name ist Dr. Sabine Hirschle, ich arbeite seit 4 Jahren als Qualitätsmanagementbeauftragte in der Staatsgalerie Stuttgart. Auf Initiative des 2012 neu in die Staatsgalerie Stuttgart gekommenen kaufmännischen Geschäftsführers und Vorstandsmitglieds Dirk Rieker wurde ich mit der Projektleitung für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems nach den Anforderungen der ISO 9001 beauftragt. Da die Staatsgalerie Stuttgart als erstes öffentliches Kunstmuseum in Deutschland ein Qualitätsmanagementsystem nach der ISO 9001 eingeführt hat, war dies eine besonders spannende Herausforderung.

Von Beginn an wurde vom Vorstand Wert darauf gelegt, dass das Qualitätsmanagementsystem entsprechend der ISO-Anforderungen aber insbesondere nach den Anforderungen der Staatsgalerie Stuttgart an ein funktionierendes Qualitätsmanagement aufgebaut wurde. Hierzu habe ich eine Vielzahl an Gesprächen mit den Mitarbeitern geführt und diese Foto_Sabine Hirschle in den Entwicklungsprozess miteinbezogen. 2014 wurde der Staatsgalerie nach erfolgreich durchgeführten externen Audit durch den TÜV Süd das Zertifikat erteilt, dass auch beim 2015 erfolgten Wiederholungsaudit erneut erlangt werden konnte.

Meine Aufgabe als Qualitätsmanagementbeauftragte ist es, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems der Staatsgalerie Stuttgart voranzutreiben und damit unsere Abläufe sowie die Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander fortlaufend zu verbessern.

Anfang 2015 wurde die Staatsgalerie Stuttgart vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Baden-Württemberg ausgewählt, als nachgeordnete Behörde beim Projekt des Umweltministeriums teilzunehmen und ein Energie- und Umweltmanagementsystem einzuführen. Die Staatsgalerie Stuttgart leitet damit einen wichtigen Beitrag für das Ziel einer Klimaneutralen Verwaltung 2040.

Dr. Susanne M.I. Kaufmann, Forschungsprojekt Duchamp

_DS26472_sBereits während meines Studiums der Kunstgeschichte in München habe ich mir eine berufliche Zukunft im Museum gewünscht. Faszinierend fand ich vor allem die tägliche Arbeit mit den Originalwerken – und so freue ich mich, dass ich mittlerweile als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Staatsgalerie dieser Tätigkeit nachgehen kann.
Derzeit leite ich ein Forschungsprojekt zu unserem wertvollen, aber bislang kaum bearbeiteten, Bestand an Werken des französischen Künstlers Marcel Duchamp. Ihn als Erfinder des Ready-Mades und als komplexen Vordenker der Konzeptkunst zu entdecken, ist anspruchsvoll und eine große Herausforderung. Um meine Forschungsergebnisse anhand unserer Werke erstmals dem Publikum zu präsentieren, arbeite ich derzeit an einem Ausstellungskonzept und einem begleitenden Katalog. Es ist sehr motivierend sich vorzustellen, wie unsere Besucher durch die Ausstellung laufen werden und von den Werken und Gedanken Marcel Duchamps hoffentlich ebenso fasziniert und überrascht sein werden, wie ich es oft bin.
Gerade in dieser Vermittlungsfunktion des Museums als Ort, wo Forschungserkenntnisse an den Originalwerken entdeckt werden können, sehe ich die große historische und zukünftige Bedeutung des Museums als Institution.

Dr. Susanne M.I. Kaufmann, Projektleiterin Forschungsprojekt »Marcel Duchamp«

Das Fotoatelier der Staatsgalerie stellt sich vor

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Als Mitarbeiter des Fotoateliers der Staatsgalerie haben wir, Volker Naumann, Dirk Kittelberger und Gerhard Ziller, primär die Aufgabe den Sammlungsbestand des Hauses fotografisch zu erfassen. Dabei handelt es sich vor allem um graphische Arbeiten, Gemälde, Plastiken und Archivalien. Die Verwendungszwecke der Bilder sind vielfältig. Sie bebildern Publikationen, dienen der Forschung oder halten die Zustände einzelner Kunstwerke fest, was aus restauratorischer Sicht von Bedeutung ist.

Darüber hinaus unterstützen wir die Abteilung »Marketing und Kommunikation« regelmäßig indem wir Eröffnungen oder Pressetermine fotografieren und Bildmaterial für unterschiedliche Projekte und Anfragen zur Verfügung stellen. Diese Anfragen können auch mal über unser eigentliches Arbeitsfeld hinausgehen und richtige Führungsshootings beinhalten um das Angebot der KunstVermittlung ansprechend zu illustrieren.

Das größte von uns fotografierte Objekt ist allerdings die Staatsgalerie selbst. Die vielfältige Architektur ist ein sehr gefragtes Motiv, was dazu führt, dass wir immer neue Bilder der Architektur, innen wie außen anfertigen.

Das überwiegend digitale Bildmaterial bearbeiten wir anschließend selbst und archivieren es, damit wir auf interne Bildanfragen schnell reagieren können.